Sonntag, 19. Oktober 2014

Herbstspaziergang

Ein Spaziergang, der alle meine Gedanken durchwehte -die allerdings jetzt schon wieder sehr beschwert vom sitzen am PC sind. Irgendwie gehen mir einige Dinge, die ich in den letzten Tagen gelesen habe, nicht aus dem Kopf. Ein paar Gedankenwolken voller Fragen.

Zum Beispiel:
Der Mensch ist immer noch Jäger und Sammler und das moderne Leben macht uns kaputt. Die Geschichte hat uns im Fortschritt vorangetrieben, sodass wir uns die Welt so einrichten konnten, dass wir und nicht bewegen müssen, aber leider sind wir nichts dazu geschaffen, uns nicht zu bewegen. Und wir können und kaum wehren, denn der Zeitdruck zwingt uns meistens auch, Auto zu fahren, den Bus zu nehmen, nicht zu laufen, kurzatmig zu sein. Was wäre, wenn wir morgens genug Zeit hätten, gemächlich unserer Wege zu gehen? Würden wir nicht uns gerade dann mehr bewegen, schließlich haben wir Zeit dazu? Nein, vermutlich nicht, denn wir würden uns vor ein internetfähiges Gerät setzen, die Zeit bis wir kurz vor knapp losmüssen vertrödeln und schließlich doch nicht laufen. Leben wir nicht irgendwie in einer Zeitfalle? Muss wirklich alles zeitlich organisiert und gemanaged sein? Müssen wir unbedingt unser Leben managen?
Das Paradoxe heute ist, dass wenn wir niedrigere medizinische Standards und weniger Überfluss an Nahrungsmitteln hätten, würde es uns gesundheitlich besser gehen. In Brasilien essen die Menschen im Durchschnitt mehr Zucker als Europäer, aber brasilianische Kinder haben längere Schulwege. Heute noch wie in der Steinzeit lebende Menschen, die eine gute medizinische Versorgung bekommen, haben eine höher Lebenserwartung, als wir mit unserem Lebensstil.
Tief in unserem Inneren sind wir das ausdauerndse Lebewesen auf Erden und Jäger und Sammler, dafür geschaffen, tagelang einer Antilope hinterherzurennen. Nehmen wir an, ein Sonnensturm würde die elektrische Stormversorgung auf der Erde global lahmlegen und unsere ganze Zivilsation zerstören, inklusive des Internets und beinahe der gesamten Industrie, würden wir wieder Holzhacken, Rinder züchten und jagen, denn etwas anderes bliebe uns nicht übrig und wir würden sehr schnell wieder zu Jägern und Sammlern werden. Eine andere Wahl als sterben hätten wir kaum noch.
Haben vielleicht viele Krankheiten daher ihren Ursprung? Wenn Leute Depressionen bekommen, süchtig nach etwas werden, einen Burnout haben, liegt es vielleicht daran, dass das Bedürfnis einfach mal zu rennen und die Zeit zu vergessen, nicht ausreichend befriedigt werden kann?

Zum Beispiel:
Ich denke immer die Zeit rennt mir davon, weil ich mir nie einfach ein bisschen davon nehme. Weil ich nie sage: So, und jetzt denkst du mal nicht über Zeit nach und tust einfach mal irgendwas. Denke nicht zu viel über etwas nach, wenn du dabei deine Zeit verplemperst und ich tue es doch, weil es wichtig ist und eigentlich alle Menschen mal drüber nachdenken sollten. Warum muss unsere Welt so durchgeplant sein? Warum müssen so viele Menschen ihr Leben bis ins kleinste Detail planen, macht das denn wirklich glücklich? Warum lassen wir uns nicht einfach vom Leben leiten, warum sind wir nicht zufrieden? Warum gibt uns keiner die Zeit, einfach etwas zu finden, mit dem wir glücklich sind. Von mir als Gymnasiastin erwartet man, dass ich naturgemäß studiere, wenn ich dieses Jahr ein Praktikum mache, darf ich nicht bei einem Maler oder Schreiner arbeiten, denn dann nehme ich Hauptschülern ihre Praktikumsplätze weg. Ich bin nicht dumm und wäre in einem solche Fall überqualifiziert, aber wer sagt denn, dass ich als Schreinerin nicht glücklich wäre? Als Handwerkerin? Ich liebe Handarbeit, ich liebe es mit einfachen Dingen zu arbeiten, die nicht allzu kompliziert sind und bei denen man sich trotzdem etwas denken kann. Ich liebe es, meine Gedanken durch meine Hände fließen zu lassen, wie beim Schreiben, nur dass daraus Form wird und nicht die Zeichen einer Idee. Ich willl lieber konkrete Dinge aufbauen, eine Idee entwickeln, die man erklären kann. Was will ich mit Wirtschaftslehre und Bankenlehre, wenn es keinen Menschen gibt, der einem sauber von vorner bis hintern durchrechnen kann, ie die Wirtschaft funktioniert und wenn es ständig Lücken im System gibt, die keiner schließen kann? Warum werden wir gezwungen, ständig an morgend und übermorgen gezwungen, Warum macht man unsere solche Angst um Geld und Zukunft? Warum dürfen wir nicht einfach in unserer Gegenwart sein, nicht irgendwohin unterwegs in einer diffuse unbestimmte Zukunft, sondern im hier und jetzt, einfach da und nicht in irgendeiner Unsicherheit? Warum Gedanken um die nächsten Miete? Warum erlaubt man den Menschen nicht mehr, sich einfach ein eigenes Haus zu bauen und dort bis ans Ende ihrer Tage zufrieden Leben? Warum gehört fast alles, dass es in dieser Welt gibt, inzwischen irgendjemandem? Ich bin auf der Suche nach dem Niemalsland, auf der Suche nach Mittelerde, auf der Suche nach einer einfachen Welt, in der alles Sinn ergibt. Kein Wunder, dass es so viel Fantasy gibt, wer hätte nicht gerne eine einfache Welt, in der es nicht ständig um die Zukunft geht? Was wäre, wenn wir nicht mehr für die Zukunft planen würden? Wenn wir planen, kommt es sowieso anders als geplant, als ist es egal. Wir könnten auch einfach nur aufmerksam sein, ohne wirklich einen Plan zu machen.

Zum Beispiel:
Der Herbst. Die Abendsonne. Die kühle Luft, die es im Sommer nicht gab, das Gefühl, dass die Welt gerade ein wenig stirbt, um sich zu erneueren. Spinnenfäden, die teilweise auf der Höhe meines Kopfes sind. Ich kann kaum zwei Schritte gehen, ohne mich in ihnen zu verfangen. Herbstblätter. Die Erinnerung an einen Laubhaufen, in dem ich mich versteckt hielt. Dieses Gefühl gerne einfangen wollen. Das Gefühl nach dem rennen, dass ich nicht umsonst lebe, weil ich gerannt bin und nicht nervös auf das ungewisse Etwas gewartet habe. Weil ich nicht gewartet habe, sondern einfach gerannt und gerannt bin. Der Wunsch, Flügel zu haben und fliegen, nicht an einen Ort gebunden zu sein. Der Wunsch, ein Nomade zu sein und nicht jeden morgen am selbern Ort aufzuwachen. Nicht in ein festes System oder einen Alltag gebunden zu sein, sondern einfach in die Wirklichkeit, nicht an den Ort, sondern nur an die Welt gebunden zu sein, die ja wirklich groß genug ist. Die freie Wahl zu haben, wo man als nächstes hingeht. Heute ist die Welt bis in alle Ecken und Enden erschlossen, und gerade deshalb ist kein Mensch mehr frei, einfach dorthinzugehen, wo er will, sondern gezwungen, durch Flughafenkontrollen und Grenzen zu gehen, mit Pässen und Papieren, die man braucht, um zu existieren, denn es reicht nicht mehr, dass man ein Mensch ist. Die ersten Menschen, die den Mount Everest bestiegen, den Mond betraten, Amerika oder Australien entdeckten, den Süd oder Nordpol erreichen, sie waren auch die letzten. Sie waren die letzten, die die Möglichkeit gehabt hatten diese Orte zu entdecken. Manchmal fühle ich mich, als wäre die Erde zu klein  und eng für mich, obwohl ich doch nicht viel Platz brauche und noch nicht viel von ihr gesehen habe. Aber ich muss die Erde mit sieben Milliarden anderen Menschen teilen, mit denen ich klarkommen und Frieden halten sollte, mit denen ich die Ressourcen teilen sollte. Alle Menschen haben das gleiche Recht auf Erde, doch die Erde ist nicht gerecht verteilt, sie ist nicht logisch aufgebaut und wird nie gerecht sein. Und doch halte ich den Frieden nicht. Meinetwegen verhungern andere, meinetwegen werden Krieg geführt und meinetwegen ist die Welt ungerecht und verschmutzt, weil ich nicht bereit bin, die Welt mit sieben Milliarden Menschen zu teilen. Wenn wir "meinetwegen" sagen, meinen wir ja, dass wir es akzeptieren, dass wir es hinnehmen und dass es in unserem Willen geschieht. Meinetwegen werden Kriege geführt, aber ich will trotzdem nicht darüber nachdenken. Lass die Rüstungsindustrie ruhig ihre Waffen exportieren, denn ich kann nicht davon loslassen, dass wir Exportweltmeister waren und will unbedingt, dass Deutschland wirtschaftlich stark ist. Meinetwegen sollen die Leute woanders verhungern und verdursten, aber ich will trotzdem bei Megges essen und dort meine Cola trinken und ich will trotzdem eine Plastiktüte nehmen, denn ich habe keine Lust, ständig eine Baumwollhandtasche mit mir rumzuschleppen, obwohl ich die ja sowieso ständig bräuchte. Meinetwegen passiert das alles, Hauptsache, ich krieg mein Stück vom Kuchen ab. Das bittere ist: Das ist ernst, das ist Realität. Wenn die Welt gerettet werden könnte, nur dass ich dabei sterben müsste, wäre ich bereit, dies zu akzeptieren? Ist die Menschheit bereit, Platz für den Rest der Evolution zu machen?

Ein paar ungeordnete Gedankenstürme, weil ich mich frage, was dabei herauskommt, wenn ich meine Gedanken direkt in die Tastatur fließen lasse. Und dass alles kommt mir in den Sinn, wenn ich einfach nur laufe und laufe.

Samstag, 18. Oktober 2014

Gestatten, Rübli Riesezahl

Gestatten, Rübli Riesezahl, Rübengeist, Quälgeist, Halloweenlaterne. Meine neueste Aufgabe besteht nun darin, Kinder zu erschrecken und an Halloween anzulocken davon abzuhalten, an Halloween wegen der doofen Süßigkeiten anzuklopfen. Die sollen sich schön verziehen, mit meinem Gruselgrinsen werde ich noch alle vertreiben!

Ein Rübengeist, den ich gestern geschnitzt habe. Wie sieht's bei euch aus, kennt die überhaupt noch jemand? Jedenfalls machen wir die jedes Jahr noch und ich liebe es, mir richtig Mühe bei meiner eigenen Rübe zu geben und sie dann vor der Haustür aufzustellen :-)

Freitag, 10. Oktober 2014

Skandal! Schlümpfe sehen wie Gartenzwerge aus!

 Natürlich begann ich mir die obigen Schlümpfe genauer ansehen. Waren das etwa getrocknete Schlümpfe? Ich hätte würgen müssen, wäre dem so. Also besah ich mir die Tüte genauer. Nein, tatsächlich waren es nur Schlumpffiguren, die größtenteils aus Zucker und Gelatine bestanden. Also probierte ich. Schmeckte nicht schlecht. Dann besah ich sie mir noch genau. Und war leicht schockiert. Das sollten zwar Schlümpfe sein, aber in Wirklichkeit sahen sie doch aus wie Gartenzwerge mit roten und weßen Köpfen. Mal ehrlich, sieht das schlumpfig aus? Was sagt ihr dazu?

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Die RWE will Atomkraftwerke in Lateinien bauen #3

Die RWE will Atomkraftwerke in Lateinien bauen #1
Die RWE will Atomkraftwerke in Lateinien bauen #2
Die RWE will Atomkraftwerke in Lateinien bauen #3

Die Männer mit den Maschinengewehren kreisten uns regelrecht ein, aber ich blieb ruhig stehen.
"Ich bin Konsulin Mulan." sagte ich
Der Anführer der Männer lachte und schüttelte den Kopf.
"Du bist minderjährig, allein, fliegst mit einem Fluggerät, das weit jenseits aller aktuellen technologischen Entwicklungen steht, landest plötzlich hier und behauptest allen ernstes, du wärst Herrscherin irgendeiner Bananenrepublik in der hintersten Ecke der Welt?"
Sie brachten mich
Mir wurde plötzlich klar, dass sie mich nur von außen betrachteten, weil ich eben schon seit der Gründung Lateiniens so aussah wie ich aussah und ich für immer ein fünfzehnjähriges Mädchen bleiben würde. (Zumindest ich, Konsulin Mulan. Meine Schöpferin würde wohl Jahr für Jahr älter werden, aber für mich machte es nicht den geringsten Unterschied, was passierte, ich war eine Figur in der Fantasie. Und ich hatte mehr drauf als die plumpen Typen, die von oben herab auf mich starrten.)
"Mir wurde gesagt, dass es Butterbrezeln geben soll" bemerkte ich
Der Mann starrte mich an. So als hätte noch niemand jemand bei ihm nach Butterbrezeln gefragt. Dabei hatte ich das Recht, das zu fragen. Ich meine, ich war Konsulin Mulan von Lateinien und außerdem eingeladen.
"Schau dich an." sagte der Mann verächtlich. "Ein dummes Mädchen, das glaubt es könne sich einfach irgendwelche Geschichten ausdenken, die dann auch noch geglaubt werden."
Ach ja, mein Aussehen. Natürlich, das war ein Problem. Womöglich musste ich jetzt nachhelfen. Ich änderte mein Äußeres. Mal sehen, was der Mann dazu sagte.
Der Mann starrte mich weiter an, aber ich wusste, dass sich jetzt etwas änderte. Jetzt war er überrascht und völlig überrumpelt.
Ich wünschte ich hätte einen Spiegel, um die Veränderung zu begutachten, die ich bewerkstelligt hatte, aber ich wusste, dass der Mann allen Grund hatte, mich anzustarren. Ich sah jetzt wohl etwa wie dreißig aus.
"Ich bin Konsulin Mulan von Lateinien. Ich nehme an, dass ich erwartet werde?" sagte ich spitz.
Die Männer mit den Maschinengewehren um mich herum zuckten alle zusammen
"Ähm..." der Mann starrte mich an, als wäre ich vom Himmel gefallen. Er sah richtiggehend hilflos aus und fast tat er mir Leid.
Dann bemerkte er Schlumpfinia, die immer noch auf meiner Schulter stand, und für die er offenbar zu blind gewesen war, um sie zu bemerken. Seltsamerweise gewann er gerade jetzt die Fassung wieder.
"Es gab keine Vereinbarung, dass sie anders als alleine kommen würden." sagte er jetzt und ich bemerkt, wie seine Gesichtsmuskeln verrückt spielten, weil er ganz offensichtlich mit Schlumpfinias Existenz haderte.
"Das ist Schlumpfinia Schlau, Mitglied der Schlumpfpartei und Chefredakteurin des Kurierkuriers. Sie vertritt die Opposition meines Landes." bemerkte ich
Himmel ja, eigentlich war Schlumpfinia Schlau so etwas wie meiner Erzfeindin, ber das Gesicht des Mannes, als ich das sagte war einfach so unbezahlbar, dass ich fast Sympathie für die Schlumpfine, die wütend wurde, als der Mann deswegen sie anzustarren begann.
"Starren sie mich etwa an, weil ich blaue Haut habe?" fragte sie ihn scharf
"Nun..ja..." sagte er
"Dann sage ich ihnen mal was: Es ist völlig normal, blaue Haut zu haben und es macht mich nicht zu einem schlechteren Schlumpf als sie. Und wenn sie mich wegen meiner blauen Haut diskriminieren dann können sie mich mal."
"Nun mal langsam, junge Dame." sagte der Mann "ich wollte gar nichts von ihnen."
"Dann starren sie mich nicht so an." schnaubte Schlumpfinia und funkelte ihn an
Ich würde diese Schlümpfe wohl trotz allem nie verstehen können
 
"Ich hätte nicht gedacht, dass sie bereitwillig die Opposition als Begleitung mitnehmen." sagte der Chef der RWE, als ich sein Büro betrat.
"Endlich mal ein Mensch mit Bildung." seufzte ich erleichtert
"Ich bin ein weitgereister Mann." sagte er "ich hatte allerdings eine fünfzehnjährige erwartet."
"Ihre Männer hatten ein reiferes Erscheinungsbild erwartet." erwiderte ich "Stört es sie?"
"Oh, aber nein." sagte der RWE-Chef "Ich finde es ist weit weniger verwirrend als sonst. Möchten sie Kaffee?"
"Ich hätte gerne Butterbrezeln."
"Kommen wir zur eigentlichen Frage zurück: Warum nehmen sie ihre Opposition so bereitwillig mit?" fragte er und musterte Schlumpfinia.
"Starren sie mich nicht so an!" fauchte sie
"Ich tue es nicht freiwillig. Aber behandeln sie die werte Schlumpfine bitte freundlich, ja?" sagte ich
"Selbstverständlich" sagte der RWE Chef

P.S. Inzwischen werden die Verhältnisse in Gundremmingen immer unrealistischer und unrealistischer geschildert und natürlich habe ich keinen Plan mehr, wie es weitergehen soll. Und ja, die Dialoge sind grottig :P

Dienstag, 7. Oktober 2014

Klavierunterricht

Arg verwackeltes Bild meines eigenen Klaviers

Seit heute habe ich wieder Klavierunterricht. Ja, eigentlich hatte ich keine richtige Pause, es waren halt Sommerferien, aber ich habe jetzt meine Klavierlehrerin gewechselt, weil ich mit der alten Lehrerin einfach nicht mehr klarkam und ich eigentlich schon längst von ihr wegwollte. Nur dass ich es mir ewig nicht eingestanden habe, dass es nicht funktioniert hat und immer noch bei ihr bleiben wollte, obwohl ich wusste, dass es ein Schei* bei ihr war. Sie hat immer erwartet, dass ich übe, motiviert bin, und dass ich immer Lust auf Klavierunterricht habe, wenn ich bei ihr bin.
Und sie hatte diesen tollen Spruch: Lehrer öffnen dir die Tür. Über die Schwelle treten musst du selbst. Ein chinesischer Spruch. Ja. Klar. Wenn sie den Lehrerberuf ernst genommen hätte, hätte sie selber noch hinzugefügt: Es ist die Aufgabe des Lehrers, seinem Schüler Spaß am Lernen zu vermitteln, ihn geradezu danach süchtig zu machen. Erst dann wird der Schüler nämlich bereitwilllig über die Schwelle treten. Dass ich mich nämlich für Klavierunterricht entschieden habe (Gut, meine Mutter hat mich hingeschickt, aber ich hätte auch aufhören können. Weil ich aber eigentlich Musik mag, und es ja im Prinzip schön ist, wenn man ein Instrument spielt, bin ich trotzdem dabei geblieben.) heißt nämlich noch lange nicht, dass ich auch bereitwillig jedesmal Bock habe. Meine Eltern zahlen sie ja nicht dafür, dass sie sich hinsetzt und zu mir sagt: "Mach mal"
Klar muss ich auch liefern. Klar muss ich üben. Aber warum hat sie jemals Motivation von mir erwartet, wenn sie doch diejenige war, die sobald ich mal falsch spielt und Zeit brauchte den Ton zu finden, keinen Bock mehr hatte und sogar aufgestöhnt hatte? Brr...
Jetzt habe ich mich endlich mal über sie ausgekotzt. Wollte ich ja schon lange mal. Jetzt fühle ich mich besser...
Aber egal, jetzt bin ich sie los, un heute hatte ich die erste Klavierstunde bei meiner neuen Lehrerin. Ah... Ich wusste ja gar nicht, was mir all die Jahre gefehlt hat. Sie ist entspannt, humorvoll und sie interessiert sich für mich. Sie interessiert sich nicht bloß für meine Fähigkeiten am Klavier, sondern auch für mich als Menschen und das ist doch mal was Neues. Ja. Mehr gibt es zwar nicht zu sagen, aber ihr wisst nicht, wie viel glücklicher ich bin, eine Klavierlehrerin zu haben, die von vornherein keinen Stress macht und die mir sympathisch ist. Jetzt habe ich auch kein Problem, täglich zu üben. Jetzt ist es kein Zwang mehr :)