Montag, 29. September 2014

Kareloj Murasemmek und das Omnideon

Die Küstenstadt Kareloj Murasemmek ist die religiöse Hauptstadt Lateiniens. Die Verehrung der alten römischen Götter findet dort ihren Höhepunkt auf der religiösen Landkarte Lateiniens. Es ist allerdings auch allgemein ein religiöser Brennpunkt, denn die verschiedensten verbohrten, mehr oder weniger religiösen Splittergruppen finden dort ihren Platz. Darunter der Islam, das Christentum, das Judentum, der Kuckucksklan, die Verehrung des fliegenden Spaghettimonsters (oder auch Pastafarianismus), der SAP-Zen-Puscheligkeits-Buddhismus, das Bekenntnis des unsichtbaren rosafarbenen Einhorns, der Diskordianismus, der Schlumpfismus der Jediismus, die Iglesia Maradoniana, der Last Thursdayism, der Schlumpfismus, der Chantalismus, sowie außerdem der Kapitalismus, der Kommunismus und natürlich die allernervigste, furchtbarste, schrecklichste und verbohrteste aller Religionen: Der Nationalsozialismus. Und unzählbare andere nettere und weniger nette Glaubensgemeinschaften. Lateinien ist ein multireligiöses Land -wenn auch nirgends gesetzlich garantiert -aber in Lateinien darf jeder glauben was er mag, auch wenn es nicht immer so scheint.

Und als religiöse Hauptstadt Lateiniens ist der Sammelort für all diese Seltsamkeiten. Wenn man die Stadt betritt, wird man sofort von Grabmälern, Tempeln, Schreinen, Götzen, Gemeindehäusern, Kirchtürmen, Minaretten und Banken (für die Kapitalisten und den Vatikan) begrüßt. Es gibt verwinkelte Ecken der Stadt für die großen Gemeinschaften, für die kaum noch Platz ist, weitläufige, in denen die Gläubigen die absurden Bauvorschriften ihres Glaubens durchsetzen können und weitläufige Götterhaine, die entweder dazu dienen, um dort bei den Göttern zu sein und ihnen zu opfern, oder die heiligen Früchte der Religion anzubauen (Schlumpfbeeren, Limetten). Viel Platz ist den römischen Säulentempeln eingeräumt, die Leia und Mulan in der ganze Stadt an bedeutenden Plätzen aufgebaut haben, runde und viereckige und aus Liebhaberei Mulans existieren außerhalb der Stadt in den Hügel sogar einige griechische Tempel. Ach ja, und natürlich Statuen. Während Jungingen-Schloppfingen, die Hauptstadt Lateiniens voller Statuen der Regierenden Politiker (Konsulin Leia und Konsulin Mulan, neben einigen eher unbedeutenden *muhahaha* anderen Politikern)
Während der Rest Lateinien den Modelaunen der Republik unterworfen ist, herrschen in Kareloj Murasemmek die verschiedenen Modevorschriften der verschiedensten Religionen vor (Von Mönchskutten bis zu schlumpfigen Zipfelmützen) und auf den Straßen ist anders als in der ruhigen Metropole Jungingen-Schloppfingen wo zwar von früh bis spät die Autos fahren, aber des nachts keine Straßenhändler mehr unterwegs sind, immer etwas los. Laufend kann man dies und das erwerben, Ablässe, Rosenkränze, Gebetsketten, Opfertiere, Bankverträge, Nudelsiebe, Laserschwerter, Caipirinha, Fußbälle,  was auch immer der Gläubige verehrt und begehrt. Von früh bis spät, auf fast allen Straßen und Plätzen, mal mehr, mal weniger, aber fast immer erfolgreich, denn es findet sich immer ein von Glauben beseelter, der bereit ist, sein ganzes Geld für seinen Glauben zu opfern.
Laufend gibt es allerdings Konflikte, wie es gar nicht anders sein könnte, wenn so viele verschiedene Personen* mit so unterschiedlichen Ansichten zusammenleben. Zum einen die Tempeltänze, auf der anderen Seiten gibt es auch einige dunkle Rituale, die teilweise auch unter den Anhängern innrhalb einer Glaubensgemeinschaft höchst umstritten sind und nicht selten müssen die Lictoren eingreifen, um streitende Glaubige, disputierende Theologen die ins obszöne abgerutsch sind und messerschwingende Extremisten außeinanderbringen, um Recht und Ordnung wiederherzustellen.
Im Großen und Ganzen ist die Bevölkerung Kareloj Murasemmeks jedoch friedlich und human und trotz allem Wahnsinn sind es ganz nette Leute.

*ich könnte auch "Daseinsformen" wie in Zamonien sagen. Was würdet ihr davon halten?

Samstag, 27. September 2014

Dominae Canes -die Hunde der Herrin

Trotz der Tatsache, dass Lateinien eine höchst matriarchalische Diktatur ist, besteht die Garde des Konsulnpalasts zu großen Teilen aus Männern. Das liegt daran, dass Mulan und Leia ausschließlich eine Garde von Gestaltwandlern aufgestellt haben, die sich ausgerechnet in Hunde verwandeln können und darum auch oft die "Dominae Canes" genannt werden -die Hunde der Herrin. Da die Hunde oder Wolfsgestalt bei Gestaltwandlern vorwiegend bei Männern und Jungen auftritt ist die Zusammensetzung der Garde entsprechend.
Immerhin gehören zur Führungsriege der Dominae Canes neben dem Rudelführer Dominik und Konsulin Mulans eigenem Bruder Mumian auch eine Hündin, namentlich die schöne Helena. In früheren Zeiten gehörte auch eine Wölfin namens Svenske zu den Dominae Canes, doch aus unbekannten Gründen zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück, arbeitete (zumindest wird dies von nicht belegten Quellen berichtet) danach für den Geheimdienst Lateiniens, jedoch zerstritt sie sich schließlich mit der Konsulin und verschwand vollkommen von der Bildfläche, sodass heute nicht mehr bekannt ist, wo sich Svenske aufhält.

Allerdings waren die Aufgaben der Dominae Canes wohl nie sonderlich aufregend. Meist bestehen ihre Aufgaben darin, eindringende Schlümpfe aus dem Konsulnpalast oder aus der Kurie zu vertreiben, Männerdemonstrationen ihrer Schranken zu verweisen. Außerdem sind auf offiziellen Reisen der Konsulinnen immer mindestens zwei Begleiter aus den Reihen der Dominae Canes dabei.

Donnerstag, 25. September 2014

Mein Lieblingslehrer, Herr F.

Mein Lieblingslehrer ist mein Physiklehrer, Herr F. Er macht immer auf höchst seriöse Weise Unterricht, indem er uns erzählt, wie er in seiner Jugend Drogen geraucht hat, von seiner Frau und Kindern und was er sonst noch tolles in seinem Leben angestellt hat. Gleichzeitig schafft er es, trotz allem (wenn auch... dürftig) Unterrricht zu machen und uns etwas beizubringen, so, dass wir alles verstehen und nichts vergessen (Alles ist mit einer Geschichte aus seinem Leben verbunden.)
Da gibt es sehr viel, vermutlich könnte man endlos über Herr F erzählen, ebenso wie Herr F endlose, aber unterhaltsame Abschweifungen in den Unterricht einbaut. Beispielsweis über seine Faszination über den "Darwin-Award" für den dümmsten Tod des Jahres und er erzählt immer von Leuten, die er für geeignete Kandidaten hält. So beispielsweise von einem Ehepaar, das an einer Klippe über das Geländer stieg, um dort ein Selfie zu machen, und das dann zu weit rückwärts ging und dabei in die Tiefe stürzte, sodass die beiden Kinder nun Waisen sind. Höchst amüsant, ebenso wie der Tod eines Mannes, der eines Tages beschloss, nicht mehr von der Toilette aufzustehen, dabei an der Toilette festwuchs und schließlich vermutlich an mehreren Faktoren, wie beispielsweise Maden, die sich in seinem lebenden Fleisch am Hintern eingenistet hatten, Übergewicht und den daraus resultierenden gesundheitlichen Schäden starb.
Am meisten faszinieren besagten Herr F außerdem Jugendliche, die so dumm sind, auf Kesselwagen oder an Stromleitungen hochzuklettern und dabei an den Stromschlägen sterben. Schließlich hätten die spätestens in Physik lernen können, dass das gefährlich ist! Darum fordert er auch immer höchste Kondensation in seinem Unterricht.
Außerdem sind seine schlimmsten Albträume Schüler, die nicht rechnen können. Letztes Jahr war er nicht nur für Physik, sondern auch für Mathematik verantwortlich und wenn man Klassenkameraden hat, die wortwörtlich den Satz: "Sechs plus drei ist doch Sieben?" zum besten geben, wundere ich mich auch nicht mehr darüber.
Nebenbei unterrichtet auch innerhalb des Schulfachs NwT (Naturwissenschaft und Technik) Astronomie (nicht zu verwechseln mit Astrologie) und jeder Planet und jede Sonne wird gerne als "Eumel" bezeichnet. Hat außerdem die Angewohnheit, Abkürzungen wie Bsp. und usw. so auszusprechen, wie sie geschrieben werden.

Herr Fs Spruchblödeleien

  • "Ich bin nicht nachtragend. Nach 'nem halben Jahr höre ich auf"
  • "Als mein erster Schreibtisch voll war, habe ich mir einen zweiten gekauft"
  • "Das war im Prinzip die Archidee des Archimedes"
  • (Während er ein Klötzchen Blei in der Hand hält): "Das ist Blei. Das sollte man nicht anfassen."
  • "Lehrer sind eigentlich Drogendealer"
  • "Hier im Raum gibt's nur einen Mann. Alles andere sind Buben."
Und er hat wirklich Humor. Das bestätigte mich erst heute mal wieder ein Erlebnis in Herr Fs Physikunterricht, als er meinte: "Ich bin eine ganz seriöse Persönlichkeit. Wenn man die ganzen unseriösen Teile meiner Persönlichkeit weglässt, bin ich eine ganz seriöse Person."
Ich erwiderte spontan (bei Herr F habe ich was solche Sätze angeht einfach keine Hemmschwelle mehr): "Dann müssen sie aber eine ziemlich kleine Persönlichkeit sein."
Er nahm es mit Humor. Es war auch gar nichts besonderes, dass er es mit Humor nahm. Denn er hatte den ersten Satz selber nicht ernstgemeint (denn der erste Satz war einer seiner hochseriösen Sätze) und die ganze Klasse brach dabei in Lachen aus. Eine ganz normale Situation Herr Fs Unterricht und auch wenn man leider nicht das lernt, was man lernen sollte, ist Herr F mein Lieblingslehrer. Die Welt braucht mehr Menschen wie ihn.

Mittwoch, 24. September 2014

Tanzkurs

Jetzte bin ich ja in der zehnten Klasse (Meine Güte! In der Zehnten! Wie jedes Jahr muss ich mich erst mal dran gewöhnen, dass ich jetzt eine Klasse höher bin...
Und das heißt: Der Tanzkurs steht an. Ich habe mich zwar letztes Jahr angemeldet, aber abgesehen davon, dass die Tanzschule mich erstmal fälschlicherweise als Jungen deklariert hatte, musste ich mir nicht weiter Gedanken um den Tanzkurs machen. Bis jetzt. Bis mir in den letzten Tagen klar wurde, dass ich doch irgendwie einen Tanzpartner brauche. Meine Mutter macht mir seit Schulbeginn schon die ganze Zeit Stress, dass ich doch einen Tanzpartner brauche, dass ich doch einen Tanzpartner brauche, dass ich doch einen Tanzpartner brauche... heute war also die erste Tanzstunde und ich ging eben hin, ohne mir Sorgen zu machen. Und meine Mutter hatte sich auch echt zu viel Stress gemacht, denn es gab genügend Jungs die auch keine Tanzpartnerin hatte und ich bekam sogar einen zugeteilt, der letztes Jahr schon im Tanzkurs war und somit nicht so ein mieses Rhythmusgefühl hatte wie einige andere. Das war zwar nur für diese eine Tanzstunde, aber es war nicht so schlimm wie ich gedacht hatte. Im Gegenteil, dadurch dass ich vom Ballett her und er vom letzten Tanzkurs, also wir beide ein gutes Rhythmusgefühl und auch in der Lage waren, ein paar Schritte zu gehen, die mal nicht nur geradeaus waren, war es ganz okay mit ihm zu tanzen (Ich weiß nicht mal seinen Namen.)
Später habe ich dann einen, den ich von Kolping her kannte und der eigentlich nur zum zugucken kam, aber am Ende ganz alleine dasaß und wahrscheinlich am liebsten mitgemacht hätte, so wie er zugeguckt hat, gefragt, ob er vielleicht mein Tanzpartner wird. Er wird wahrscheinlich erstmal vorläufig eine ausgemachte Katastrophe sein, denn er kann nicht tanzen, aber der Sinn eines Tanzkurses ist es ja, das tanzen zu erlernen... egal, ich werde sehen wie es wird, mit ihm zu tanzen.
Puh, dabei war es doch mit dem Fremden Jungen ganz nett (abgesehen davon, dass er mir ständig seinen Atem ins Gesicht gepustet hat. Habe ich vermutlich auch getan, denn beim Tanzen kommt man ziemlich ins Schwitzen und Schnaufen, aber trotzdem.) Ich glaube allerdings noch lange nicht, dass die ganze Angelegenheit wirklich fruchtbar kompliziert ist. In ein paar Wochen hat sich alles eingerenkt und dann ist alles schon in Ordnung. :)
Tanzen ist bis jetzt ziemlich einfach, wir haben heute die Grundschritte imm Cha Cha Cha (Wie schreibt man das eigentlich?) im Walzer und im Discofox gemacht und ich hatte wirklich keine größeren Schwierigkeiten, mit den Schritten zurechtzukommen. Bis jetzt ist alles pipifax für mich. :)
Habt noch einen gute Nacht und auf wiedersehen!

Mittwoch, 17. September 2014

Zweiter Schultag, Dritter Schultag und eine kleine Ergänzung zum ersten Schultag

Eigentlich wollte ich einen Teil dieses Beitrags schon vorgestern bringen. Und diesen Beitrag im speziellen gestern. Aber vielleicht lest ihr einfach selbst:

(Dienstagabend, kurz vor Neun)
Grr. Ich sollte endlich mal etwas beichten, das ich ziemlich lange unterm Tisch gehalten habe.

Ich habe nämlich meine Eltern selber gebeten, bei mir eine Kindersicherung für's Internet einzustellen. Einfach, weil ich sonst nicht dazu komme, Nachts zu schlafen, oder einfach zu merken, wie lange ich eigentlich schon am PC war. Und auch wenn es inzwischen ziemlich nervig ist, da ich nur die Zeit bis um Neun Uhr zur Verfügung habe, um meinen Blog zu betreiben, funktioniert es recht gut. Nur leider hatte ich gestern das kleine Problem, dass ich noch gar nicht fertig war, als  es schon neun war. Trotzdem habe ich dann den Beitrag erstmal rausgehauen, denn nur am ersten Schultag kann man über den ersten Schultag berichten (Es sei denn, man macht einen Wochenbericht, aber das wäre zu viel auf einmal gewesen und hätte nie funktioniert.)

Also habe ich heute aber gemerkt, dass einiges von dem, was ich berichten wollte, in dem Beitrag von gestern fehlt. Also haue ich jetzt, etwas zwanzig Minuten vor Neun Uhr und bevor meine Mutter mich zum Zähneputzen schickt (ja, ich schäme mich nicht dafür) noch einen Artikel raus. Hoffen wir mal, dass ich innerhalb von zwanzig Minuten etwas ordentliches zusammenkrampfe.

Was mir gestern vor allem wohl gefehlt hat, war wohl Organisation. Ich habe angesichts meines Kurzurlaubs im Allgäu ;-) total verpennt, irgendwie Tinte für meinen Füller und ein Hausaufgabenheft zu kaufen. Das mit dem Füller war schon die ganzen Sommerferien ein von mir selbst konsequent ignoriertes Problem, aber in der Schule kann man anders als bei Notizen nicht einfach einen Bleistift nehmen und ohne Hausaufgabenheft fühle ich mich total verplant. Erst als ich gestern am Nachmittag in Schreibwarenladen stand und die wichtigsten Schulsachen schon hatte, insbesondere mein geliebtes Hausaufgaben-Häfft (Ich mache hier schamlos Werbung, denn für Häfft muss man sich nicht schämen) und da fühlte sich der erste Schultag einfach großartig an. Da war ich selig, denn ich hatte aufheiternden Dummsinn, Organisation und jede Menge frisches Papier, das nun vollgekritzelt werden darf (Es kann schon passieren, dass ich in meinen Schulheften nebenbei noch irgendwelche anderen Geschichten unterbringe)

Was die Lehrer angeht, bringe ich wohl noch einen ausführlicheren Artikel, jeder Lehrer wird hier einen Ehrenplatz bekommen, besonders mein Lieblingslehrer Herr F.

(Ab diesem Moment weiß ich, dass ich es nicht mehr schaffe, den Artikel beizeiten zu Ende zu schreiben, weil ich mich schon viel zu sehr von Mira Bluhm und Julie habe ablenken lassen. Aber ich schreibe einfach weiter, jetzt im Editor)
Heute war eigentlich nichts besonderes. Ich war wieder etwas müde und zerstreut von der durchlesenen Nacht und die meisten Fächer knüpfen beinahe nahtlos an das letzte Schuljahr an, was mich im Gegensatz zu einigen meiner Klassenkameraden nicht so sehr stört, da es beruhigend ist, angesichts der Änderungen, die inzwischen eingetreten sind. In den meisten Fächern sitze ich allein oder ich saß in den letzten Jahren nicht mit ihr zusammen, aber in Latein saß ich neben meiner Freundin, die jetzt aber für ein Jahr in den USA ist und nun ist sie eben weg. Und ohne sie ist es furchtbar einsam. Klar, ich habe noch andere. Aber sie war eine ganz besondere, das sage ich ganz offen und ohne sie fehlt hier was.
Ballettraining war heute endlich mal eine weitere Routine, die gefehlt hat und die ich vermisst habe (Ja, der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier, auch wenn er sich an alles gewöhnt, aber er ist ein Gewohnheitstier, der auf Veränderungen reagiert...) und da war es wirklich mal gut, dass ich mich ein wenig bewegen konnte, ein wenig schwitzen (Ballett ist anstrengend. Allen Leuten, die Ballet für Kinderkram halten und sich Ballerinas in rosa Tutus vorstellen empfehle ich eine Balletstunde bei meiner Lehrerin. Ballett ist kein Barbiefilm und unsere Trikots und Schläppchen sind im übrigen Schwarz. Da kriegt man nämlich die Schweißflecken besser raus) und am Ende einfach mal den Kreislauf in Schwung bringen konnte, denn das fehlt mir in den Ferien am meisten von allem. Wie es morgen wird? Da wird morgen nachgetragen. Und dann hoffentlich endlich mal veröffentlicht ;-)

(Mittwochnachtmittag, verschwitzt, war gerade in der Stadt im Schreibwarenladen und habe außerdem eine erstaunliche Entdeckung gemacht, aber davon später)
Durch die Schule geschlafwandelt...
Heute bin ich am morgen total durch die Schule geschlafwandelt, ich musste mich ständig strecken und recken und gähnen damit ich überhaupt wach blieb. Dafür, dass ich kaum noch konnte, habe ich mich aber wacker durch den Schultag geschlagen :) Allerdings sollte ich endlich mal die Info in mein Gehirn prügeln, dass es nicht klug ist, bis Mitternacht aufzubleiben, weil man da unter Garantie noch eine ganze Stunde bleibt, bis man überhaupt einschläft. (Seltsam, ich bin trotzdem um 5:30 aufgewacht. Wie ich das geschafft habe ist mir selbst ein Rätsel.) Ein kurzer Schultag und ich fühle mich immer noch alleingelassen. Ohne etwas erwähnenswertes. Zu Lehrern jeglicher Art schreibe ich vielleicht einen Extrapost für jeden Lehrer. :)
Heute vorm Schreibwarenladen habe ich eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Es gibt da nämlich so eine ältere Frau, die oft bei uns an der Schule vorbeiläuft und sich dann immer beklagt, dass die Schüler so unhöflich sind, obwohl sie sich selbst ständig unter aller Sau benimmt. Jedenfalls, sie motzt ständig Schüler an, und natürlich machen sich manche Schüler auch einen Spaß drauß. Deshalb habe ich immer gemischte Gefühle, wenn sie mal wieder total unhöflich ist, weil ich vermute, dass sie einfach geistig nicht mehr ganz fit ist und es unverdient ist, wenn sich meine Mitschüler über sie aufregen.
Heute kam ich in der Stadt an ihr vorbei und begrüßte sie mit einem "Hallo". Ich weiß eigentlich, dass an nie höflich genug für die Frau ist. Sie regt sich immer auf. Und so war es wieder. Sie murmelte abfällig "Hallo" und "Was soll ich mit Hallo" und blickte düster umher.

(Um viertel vor acht mit zittrigen Fingern, weil es schon wieder so spät ist)
"Guten Tag noch" sagte ich und hob die Hand. Da erstrahlte das Gesicht der Frau plötzlich und sie lächelte mich an.
"Guten Tag." sagte sie und war plötzlich ganz zufrieden und mir wurde klar, dass alles, was die Frau vermutlich irgendwo in ihren verqueren Gedanken stört die moderne Sprache war. Sodass ihr Hallo schon zu unhöflich erscheint, so wie ich auch nicht "Hi" zu meiner Oma sagen würde (okay, andere als ich vielleicht schon, aber ich nicht.)
Interessant, oder? Da denkt man, die ist doch besheuert und dann ist alles was sie braucht ein "Guten Tag" statt einem "Hallo". Schräg.

Und hiermit lasse ich endlich mal meine Post los... Und morgen muss ich endlich mal eine Rezi zu Ende kriegen. Macht's gut Leute :)

Montag, 15. September 2014

Erster Schultag -ein Rückblick

So jetzt schreibe ich hier also mal meinen ersten Beitrag der wirklich von Schule handelt.
Erster Schultag, gut, schlecht? Konnte ich erstmal nicht sagen. Irgendwie hatte ich die Depression des ersten Schultags, genau wie letztes Jahr. Ich freue mich immer auf den ersten Schultag, aber er beginnt immer erst mit einer Stinkbombe, bevor er besser wird. Erstmal sitze ich ziemlich allein. Zuerst saß eine, die sitzengeblieben ist neben mir (das sage ich ohne Bewertung, einfach als Fakt, um sie nicht groß beschreiben zu müssen) dann zog auch sie weg und ich sitze jetzt allein in der zweiten Reihe. Mein Gott, ich glaube, morgen ziehe ich ohne Vorankündigung vorne in die erste Reihe auf den einsamen leeren Platz. Wenn schon einsamer Streber, dann bitte richtig. Ich habe zwar Freunde, aber der Haken ist, dass ich nicht in der letzten Reihe sitzen will. Ich möchte schon gerne einen Platz mit guter Aussicht, an dem man den Lehrer sieht. Dass man mich dort bei meinen heimlichen Schreibereien oder beim Lesen unterm Tisch erwischen könnte? Das ist mir egal. Bei den meisten Lehrern, die darauf achten, ob man nebenher noch was macht, macht mir der Unterricht auch Spaß, deshalb spielt das für mich eine untergeordnete Rolle. Es gibt wenige Fächer, die ich wirklich hasse. Selbst an Mathe (und das will schon was heißen) kann ich noch etwas gutes finden.
Wie gesagt, das hier ist die Schule aus der Sicht einer Streberin, deshalb kann das hier durchaus andere Ansichte enthalten als die üblichen "Die doofe, doofe Schule-Meinungen". Verrückt? Klar.
Was mich am Vormittag noch am meisten gefreut hat war die Bücherausgabe. Jep. Nein, es ist nicht der Geruch von Büchern. Kommt mir bloß nicht mit der Scheiße. Der Geruch von Büchern ist ziemlich irrelevant für mich. Ich interessiere mich schlichtweg für ihren Inhalt. Für Geschichte, Deutsch, Englisch, Latein Chemie egal was. Der Inhalt ist toll.

Freitag, 12. September 2014

Über Markenscheiße und Geld

Heute war ich beim REWE (Nicht zu verwechseln mit RWE ;-). Ja, scheißegal, dass ich hier Werbung machen. Ich meine, glaubt irgendjemand, dass die mir Geld dafür zahlen würden? Schön wär's. Und wenn ich schon über Marken reden will muss ich das hier nicht unnötig kompliziert umschreiben.
Ich stand also beim REWE an der Kasse. Ich hatte ein Packung Smarties, eine Packung Nimm2 und ein Lustiges Taschenbuch mitgenommen. Hinter mir stand ein Mann mit einer ganze Ladung von JA-Produkten. Ihr wisst schon, die billige Eigenmarke von REWE. Schokolade, Milch, Butter und noch ein paar andere Sachen, die in der Regel ganz unten ins Regal gestellt werden. Der Mann sah nicht gut aus. Er hatte einen Bart, der schon ziemlich dicht war, aber nicht wirklich gepflegt. Und er sah noch ungepflegter als ich aus. Wenn ich das mal so sagen darf. Ich bin ein Stubentier und achte nicht so sehr darauf, gut auszusehen. Manchmal dusche ich eine Woche nicht, obwohl ich mich unwohl fühle, einfach weil ich gerade mit etwas beschäftigt bin, mit einem Buch, mit meinem Blog. mit dem schreiben meiner Geschichten. Was auch immer. Aber der Mann sah regelrecht verwahrlost aus. Er hat wohl im Gegensatz zu mir keine überfürsorgliche Mutter, die ihm hinterherrennt und zu diesem oder jenem zwingt. Ich glaube, manchmal braucht man schon jemanden, der einen antreibt.
Er hatte vermutlich Mengenmäßig sehr viel mehr in seinem Einkaufskorb als ich. Was man halt so braucht.
Aber während mein Einkauf (LTB und Süßigkeiten) mehr als neun Euro gekostet hat, hat seiner am Ende gerade mal ca. 2.80€ gekostet.
Bumm. Das hat mir ziemlich zu denken gegeben.
Zum einen, entweder ist der Mann einfach sehr, sehr sparsam, lebt allein und ist einfach ein Eigenbrötler, oder er ist einfach arm und versucht so wenig wie möglich auszugeben. Und ich tippe auf letzteres. Und da habe ich mich schon ziemlich geschämt. Wenn ich, ein fünfzehnjähriges Mädchen zum Spaß einfach mal gut zehn Euro für Comics und Süßigkeiten auf den Tisch knallen kann, weil ihre Eltern ihr eben so viel Taschengeld geben (Und, falls ihr es noch nicht mitgekriegt habe, ich habe meinen Wochenendjob als Prospektverteilerin aufgegeben und verdiene kein eigenes Geld mehr) und der Mann für sich selbst denn vermutlich lebt er allein (Ich sag das jetzt mal ganz vorverurteilend. Aber es ist sehr, sehr wahrscheinlich) nur das billigste kaufen kann (auch, wenn es nicht schlechter als die normale Schokolade ist. Bloß wegen der dämlichen Verpackung zahlen wir für viele Dinge mehr Geld als das Zeuch wert ist. (Bioprodukte ausgeschlossen, die sind zwar ihren Preis wert, aber nur Bio und Fairtrade zu essen, wenn's nicht aus dem eigenen Garten ist geht ziemlich ins Geld. Weiß ich, weil meine Mutter immer jammert, wenn ich damit anfange und leider hat sie recht)
Dann ist schon etwas seltsam. Nicht, weil ich denke, dass fünfzehnjährige Mädchen nicht auch mal selbstständig Geld ausgeben sollten. Ich gehöre definitiv nicht zu den Leuten, die das glauben. Aber es ist irgendwie traurig, daran zu denken, dass nicht alle Menschen die gleichen Möglichkeiten in ihrem Leben haben.

Der Gedankengang, dass die JA-Produkte und die andere Eigenmarke von REWE sich nicht voneinander unterschieden hat mich außerdem noch zu etwas anderem gebracht, über das ich oft nachdenke. Nämlich, dass Milka sich die Farbe Lila für Schokolade schützen lässt. Deshalb darf (zumindest in Deutschland, wie ist das eigentlich in anderen Ländern?) niemand außer der Firma Milka Schokolade in Lila Verpackungen stecken. Geht mal in den Supermarkt und sucht lila Schokoladenverpackungen, auf denen nicht Milka draufsteht.

P.S. Wäre es nicht interessant, wenn ich künftig, wenn ich von Milka erzähle, Mähka hinschreibe? Das wäre doch ein erster, kleiner Insidergag...

Donnerstag, 11. September 2014

Die RWE will Atomkraftwerke in Lateinien bauen #2

Die RWE will Atomkraftwerke in Lateinien bauen #1
Die RWE will Atomkraftwerke in Lateinien bauen #2
Die RWE will Atomkraftwerke in Lateinien bauen #3

Ich schnappte mir also meinen Fluggleiter und entfernte mich diskret aus dem Konsulnpalast. Praktischerweise hatte mein Fluggleiter einen Unsichtbarkeitsschild. Recht nützlich, wenn einem demonstrierende Schlümpfe und Journalisten direkt vor der Haustür auflauern. Die Biester sind zwar winzigklein, aber sie haben es faustdick hinter den Ohren. Leider, und das muss ich ihnen zugutehalten, sind sie schlau. Und sie haben so oft recht! Wenn jemand anderes als ich recht hat, ertrage ich das nicht.
Ich flog in den Norden durch die süßen Provinzen, wo wirklich alles aus Keksen, Schokolade und Zucker ist. Irgendwie hätte ich gerne einen Abstecher gemacht, denn sonst kam ich nicht aus dem Haus, aber schließlich begnügte ich mich damit, kurz am Chocoly zu landen und ein bisschen heiße Schokolade zu trinken. Ich verbrannte mir aber nur dabei die Zunge, weil ich dabei zu hastig trank. Nun würde ich erstmal eine Weile nichts schmecken können. Toll. Dabei hatte ich mich doch schon so auf die Butterbrezeln gefreut, die es in Gundremmingen geben würde!
Wie auch immer, ich war schon bald weiter unterwegs, erreichte das Allgäu, den Bodensee und irgendwann überflog ich die Donau. Allerdings war ich ein bisschen zu weit im Westen, deshalb  musste ich erstmal ein bisschen dem Flusslauf hinunter um Gundremmingen zu finden.
Es machte Spaß, endlich mal draußen zu sein und mir den Wind um die Ohren pfeifen zu lassen, mich frei zu fühlen und endlich mal ein bisschen Spaß zu haben. Ich gab Gas. Es konnte mich ja keiner sehen und solange ich mit keinem Hubschrauber zusammenstieß konnte mir diese Deutschen ja nichts tun.
Dann sah ich das Atomkraftwerk mit seinen beiden riesigen Kühltürmen vor mir aufragen und beschloss, auf den letzten Metern noch einmal richtig Gas zu geben. Ich klappte das Paar Gleitflügel meines Fluggleiters aus und ließ mich im Sturzflug Richtung Atomkraftwerk fallen. Selbst mir machte das immer Angst (Naja. Ich war die einzige, die das jemals tat. Außer mir besaß niemand auf der Welt einen ähnlichen Fluggleiter und wenn Leia dabei war, wollte sie keine Sturzflüge machen. Was mich verwundert, denn sonst hat sie eigentlich keine Höhenangst. Im Gegenteil, ich bin eigentlich diejenige, die in der Höhe zittert.) aber es war der ultimative Kick den ich kriegen konnte. Beinahe ohne Kontrolle und mit jeder Menge Wind in den Haaren sauste ich auf den Boden und riskierte meine Leben. Allein dafür war es eigentlich schon wert, hierherzufliegen. Scheiß auf das Atomkraftwerk.
Plötzlich spürte ich ein heftiges Zwicken am Arm. So heftig, dass ich den Lenker losließ.
"Halt!" schrie eine Stimme "Willst du uns beide umbringen?"
Entgeistert musste ich feststellen, dass ich nicht alleine im Fluggleiter war. Ich hatte einen blinden Passagier. So viel zu Diskretion. Aber wie winzig musste das Wesen sein, das ich dabei hatte? Schließlich war das hier ein kleiner Fluggleiter ohne Verstecke. Ein Zuckerelfe? Ein Zwerg? Unwahrscheinlich.
Ich starrte auf meinen Arm, wo ein kleines blaues Wesen, das laut herumkreischte herumhüpfte, sodass ich eine Weile brauchte um es zu erkennen. Es war eine Schlumpfine.
"Anhalten!" schrie sie "verschlumpft nochmal, anhalten!" dabei wackelte sie derart mit dem Kopf, dass ihr die Mütze beinahe vom Kopf gefallen wäre, hätte sie diese nicht festgehalten.
Ich packte den Lenker wieder und zog an der Bremse. Wir hielten mitten in der Luft.
"So" sagte ich "Darf ich fragen, was der Scheiß soll?"
"Dasselbe würde ich dich gerne fragen" sagte die kleine Schlumpfine. Oh Gott. Sie sagte das so würdevoll, und dabei war sie so niedlich. Das war das Problem mit den Schlümpfen. Sie waren so furchtbar schlumpfig und machten doch einen Riesenärger. Wie Kinder.
"Ähm... warum?" fragte ich "du bist doch der blinde Passagier, oder nicht?" fragte ich
"Und du bist diejenige, die Atomkraftwerke in Neu-Schlumpfhausen bauen will!" schimpfte die Schlumpfine
"So ganz stimmt das aber nicht." bemerkte ich mit gerunzelter Stirn. Ich musste mir auf die Zunge beißen, um nicht lachen zu müssen. Sie sah so süß dabei aus.
"Wozu fährst du nach Gundremmingen? Warum willst du dich mit den Chefs der RWE treffen?" fragte sie
"Sie haben mich eingeladen" sagte ich "und ich interessiere mich für Atommkraftwerke."
"Also willst du welche in Lateinien bauen" stellte sie fest. "du willst einmal mehr Lateinien mit deinen hirnverbrannten Ideen verseuchen und außerdem kümmert es dich
"Hey, jetzt mal langsam. Nur weil ich wissenschaftlich interessiert bin, heißt das noch lange nicht..."
"Das sind doch nur faule Politikerausreden." krakeelte die Schlumpfine und schüttelte den Kopf "selbst wenn sie erst fünfzehn sind und..."
"Es. wird. keine. Atomkraftwerke. in. Lateinien. geben." stieß ich zwischen den Zähnen hervor. "Wie schwer ist das eigentlich zu kapieren?"
Die Schlumpfine verstummte und starrte mich misstrauisch und verächtlich an, als wäre ich die schwerste Verbrecherin auf der Welt.
Unbelehrbar dachte ich wie der Rest der ganzen Schlumpfheit
Schlümpfe waren so ziemlich das nervigste Problem das man als Konsulin von Lateinien hatte. Sie wollten immer jede Kleinigkeit in meiner Regierungstätigkeit als Verbrechen hinstellen und witterten hinter allem Verschwörungen.
"Wer bist du eigentlich? Hmm?" fragte ich. Ich bemerkte dabei, dass ich schon fast anfing, mit der Schlumpfine wie mit einem kleinen Kind zu reden. Dabei ware die meisten Schlümpfe ziemlich alt. Was man ihnen nur nicht anmerkte.
"Ich bin Schlumpfinia Schlau" sagte die Schlumpfine
Ach du Scheiße. Ich hatte die Chefredakteurin des Schlumpfblatts höchspersönlich vor mir. Quasi meine politische Erzfeindin. Nun ja, es gab in Lateinien keine Opposition, dafür gab es eigentlich nur das Schlumpfblatt. Das ich eigentlich verboten hatte. Rein theoretisch war Schlumpfinia Schlau also gerade politisch verhaftet. Naja, soweit man davon reden konnte, dass es in Lateinien politische Haft gab. In Lateinien gab es keine Gefängnisse.
"Was willst du jetzt machen? " fragte ich "wolltest du mitkommen? Wolltest du mich davon abhalten, nach Gundremmingen zu gehen?"
"Ich wollte heimlich mitkommen." bemerkte Schlumpfinia ohne zu zögern "aber du wolltest ja einen Selbstmordversuch begehen."
"Ich hatte den Fluggleiter fest im Griff" sagte ich "kann es sein, dass ihr Schlümpfe einfach kein Risiko mögt?"
"Ich habe nichts gegen Risiko, aber ich suche es nicht" sagte sie "was du tust ist hochgradig fahrlässig."
"Nun, ich würde es nicht als fahrlässig bezeichnen" gab ich zurück "ich finde, nur wer wagt, gewinnt"
"Politiker sollten kein Risiko mögen" sagte Schlumpfinia Schlau
"Und Schlümpfe sollten keine Politik machen" entgegnete ich
Da wurde Schlumpfinia dunkelblau. Ja, es war genauso. Sie wurde dunkelblau und wütend.
"Das sagt genau die richtige" stieß sie zornig hervor
Ich seufzte und löste endlich die Bremse. Ich würde am Ende noch zu spät ankommen und dann würde man mir keine Führung mehr im Atomkraftwerk gewähren.
"Du wirst doch nicht etwa...?" fragte Schlumpfinia ohne den Satz zu beenden und als wäre es glasklar was sie meinte. Sie sprang mit einem Satz von meinem Arm auf das Steuerpult des Fluggleiters. Mann, wenn ich eine solche Sprungkraft hätte.
Dabei flogen wir noch gar nicht so schnell
"Ich werde das Atomkraftwerk besuchen und keinen Selbstmordversuch begehen." sagte ich "wenn du vorher aussteigen willst, kann ich dich ja fallen lassen." Ich war mir selber nicht mal sicher, ob ich letzteres ernst meinte oder nicht. Denn einerseits verspürte ich den Drang, sie hinunterzuwerfen, andererseits könnte es auch als Scherz gemeint sein.
"Ich komme mit" sagte Schlumpfinia "ich werde als Vertreterin der Schlumpfpartei und der Opposition dabei sein."
"Es gibt in Lateinien keine Opposition" bemerkte ich
"Die Schlumpfpartei" sagte Schlumpfinia
Ich hatte eigentlich keine große Lust, mit ihr zu streiten, als zuckte ich mit den Achseln und fuhr los. Dann würde ich endlich mal an dem verdammten Atomkraftwerk ankommen.
Ich landete sanft hinter dem Stacheldrahtbewehrten und Kameraüberwachten Zaun im Gras. Das Gras war platt gemäht und ich sah keine einzige Blume oder Biene darauf. Wald- und Wiesenfreunde waren die Leute hier demnach nicht.
Auf einmal gab es einen mordsmäßigen Lärm und von allen Seiten stürmten Männer mit Gewehren und Uniformen auf mich zu.
"Was willst'n du hier, hä?" fragte mich einer der Männer und musterte mich und meinen Fluggleiter. Schlumpfinia, die jetzt auf meiner Schulter hockte bemerkte er offenbar nicht

Montag, 1. September 2014

Die RWE will Atomkraftwerke in Lateinien bauen #1

Die RWE will Atomkraftwerke in Lateinien bauen #1
Die RWE will Atomkraftwerke in Lateinien bauen #2
Die RWE will Atomkraftwerke in Lateinien bauen #3

Neulich saß ich allein im Büro in der Kurie. Naja, ich sitze fast immer alleine dort, weil Leia zu faul für den Papierkram ist. Sie testet Pizzasorten während ich hier die Regierung von Lateinien machen muss. In der Hinsicht eine lästige Aufgabe, dass ich mir schon überlege, ob ich mir nicht doch eine Sekretärin anschaffen sollte. Am besten hol ich mir C3PO, der beherrscht ja das rumjammern so gut, aber Leia ist irgendwie dagegen, sie meint aus irgendeinem Grund, dass sie ihm das Leben schuldig ist und er außerdem nicht als Sekretärin geeignet ist. Dabei hat das Profiling sogar bewiesen, dass wir beide 100% Klugscheißer und 100% Besserwisser waren und somt ideal zusammenpassten. Leia wollte trotzdem nix davon wissen, sie murmelte irgendwas von "Wenn die beiden auch noch zusammen..." Was sie dami wohl gemeint haben könnte?
Nun ja, ich erledigte also den Papierkram, den man so hat, wenn man Lateinien regiert und fand unter den vielen Briefen (zwischen der Fanpost und den Abrechnungen meiner Censorin die mir mal wieder den Geldhahn abdrehen wollte) eine Einladung der RWE:

Liebe Konsulinnen,
Wir haben die Entwicklung ihres kleinen Landes mit größtem Interesse beobachtet und möchten anfragen, ob sie Interesse an Klimaschonender Kernkraft hätten. Darum wollen wir sie einladen unser Kernkraftwerk Gundremmingen zu besichtigen. Die Anreise bezahlen wir natürlich für sie, ebenfalls stellen wir ihnen Getränke und Butterbrezeln zur Verfügung.

ihre KGG & RWE

Also habe ich erst mal bei Leia angeklopft, weil ich sie fragen wollte, ob wir die Einladung annehmen sollten. Sie hat so eine Rieseloft in der Kurie anbauen lassen, damit sie dort, wenn sie mal hier in Jungingen-Schloppfingen ist, ihr großes Restaurant aufbauen kann. Sie nennt es ihr "Testlabor", aber es ist im Prinzip ihr großes Restaurant, in dem sie (sehr zum Leid unserer Angestellten) die Zeit verbringt, alle möglichen Sachen zu essen und dann zu entscheiden, ob es in Lateinien verboten oder ins öffentliche Speisenregister der ausdrücklich erlaubten Speisen kommt. Wenigstens wird in Lateinien viel wert auf Verbraucherschutz gelegt.
Es war mal wieder der helle Wahnsinn, wenn man nur durch die Tür von Leia Privatrestaurant trat. Schon die wilden Gerüche, die leeren Verpackungen die auf dem Boden herumlagen und nicht zuletzt die herumrennenden Zwerge, die Leia angestellt hatte, um sie dort zu bedienen reichten aus, um einen vom einen Moment auf den anderen in den Wahnsinn zu treiben (Falls man nicht schon wahnsinnig war)
Jedes Kind, das davon träumt, einmal ins Schlaraffenland zu reisen, wäre auch hier entzückt gewesen. Es gab lange Tischreihen, auf denen sich alle möglichen Speisen türmten, vom feinsten Gourmetmenü bis zum trashigsten Fast Food der Welt, Pizzakartons lagen auf dem Boden, in Eintracht mit Kaviardosen und Tellern voll von selbstgekochten vegetarischen Speisen (man sollte allerdings erwähnen, dass Leia nicht selbst kochte. Und dass Kaviar in der Regel auf der verbotenen Liste landete) Dazwischen hasteten die kleinen Zwerge in Kellnerschürzen und Kochmützen herum (sie mussten servieren und kochen) und mussten so schnell wie möglich auf Leias Launen reagieren. Genau wie die vielen Zuckerelfen die kreuz und quer durch die Luft schwirrten und Tabletts voller Süßigkeiten balancierten, um auf den kleinsten Fingerzeig Leias sofort zu reagieren. Und inmitten des Getümmels lag Leia auf einer Liege nach römischer Art und genoss ihr Leben.
Ich übertreibe vielleicht ein wenig, aber genau so wirkte es, wenn man ihre Bude betrat, was durch die Höhe der Decke in dem Raum verstärkt wurde.
Warum ich Papierkram machte und Leia sich entspannte? Nun ja, Leia hatte Lateinien erfunden und deshalb gebührten ihr natürlich alle Annehmlichkeiten. Was allerdings auch Leichtsinnigkeit war. Ich hätte dadurch, dass ich es war, die die eigentlichen Regierungsgeschäfte führt, jederzeit einen Putsch gegen Leia veranstalten können. Wär aber natürlich nicht so gut angekommen, deshalb ließ ich es sein. Ich hatte sowieso die Herrschaft über Lateinien, weil Leia ein bisschen zu faul war, um sich darum zu kümmern.
"Willst du meine neueste Kreation probieren?" fragte Leia, als ich auf sie zuging, zwischen dem Dreck und den putzenden Zwergen die darum scharten (Es wurde dort fast immer gleichzeitig beschmutzt und geputzt, so wie ein Zitronenbaum blüht und gleichzeitig Früchte trägt, auch wenn das ein seltsamer Vergleich ist). "Chipsbrötchen."
Sie hielt mir ein sinknormales Brötchen hin. Ich starrte das Brötchen an.
"Onions und Sour Cream Chips." erklärte sie.
"Hör mal, ich mag die Chips, aber ich habe grad keinen Hunger." sagte ich. "was hältst du davon, wenn wir ein Atomkraftwerk besuchen?"
"Wieso das denn?" fragte Leia und runzelte die Stirn
Ich hielt ihr den Brief hin.
"Da" sagte ich.
Leia las ihn, aber schon während ich ihn las, wusste ich, dass sie nicht begeistert war.
"Die Schlumpfpartei wird wieder heftig protestieren." sagte sie "und ich muss dann wieder alles ausbaden, weil du dich ja nie in der Öffentlichkeit zeigen willst"
"Na und?" fragte ich "muss doch keiner erfahren."
Leia seufzte.
"Ich bin auch kein Fan von Atomkraft, aber ich finde ds ganze eben wahnsinnig interessant." sagte ich. "Dir geht es immer nur um Publicity."
Leia seuzfte noch einmal tiefer.
"Wegen deinem verdammten wissenschaftlichen Interesse haben wir ständig die Schlümpfe am Hals." sagte sie.
Die paar Versuche, die ich in meinem Labor durchführte, konnte man doch nicht einmal als wissenschaftlich relevant bezeichnen, oder? Ich meine, natürlich waren sie seltsam und natürich war es nicht normal, dass das Wasser des Shantys sich in heiße Schokolade verwandelt hatte, sodass man ihn nun als den Chocoly kannte, und sicher war es seltsam, dass bei dem Versuch, Schmetterling zu klonen Feen und Zuckerelfen rausgekommen waren, aber das waren doch alles nur Spielereien, oder? Das war kein Grund sich aufzuregen. Die Schlümpfe sollte sich mal nicht so. Und im Gegensatz zu Leia erledigte ich manchmal auch richtige Arbeit.
"Du kümmerst dich auch nie darum." sagte ich. "Wenn es wirklich darum geht nachzudenken machst du nie mit. Selbst unsere Ministerinnen sind da fleißiger. Also jammer nicht rum. Du musst dich ja nicht ständig von der Menge bejubeln lassen."
Mehr musste ich nicht sagen. Die vielen Details, dass sie sich nie darum kümmerte, wenn eigentlich Straßen ausgebessert, Steuern eingetrieben, der Staatshaushalt geplant wurde, die alltägliche Propaganda und so weiter, das alles interessierte sie einfach nicht. Nur wenn mal wieder Feierlichkeiten waren, klinkte sie sich plötzlich ein, denn wenn sie mal nicht bejubelt wurde, bekam sie ihre Depressionen.
Leia sah mich finster an.
"Geh." sagte sie "Geh einfach. Ich halte es nicht aus wenn du da bist."
Also gut. Ich ging. Offenbar wollte sie, dass ich hier das Ruder in die Hand nahm.